Gib Gates keine Chance – Kommentar

 

Man liest ja viele Statements dieser Tage, allen voran beim Blättern durch die sozialen Medien: “Wir sind Menschen, keine Tiere”, “Kein betreutes Denken! Ich denke selbst!”, “Wir werden jetzt gerade versklavt – und zwar finanziell, wirtschaftlich, politisch, mental und sogar medizinisch”, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

So so, die Versklavung sei also im Gange, sagen die einen. Dabei fühlt es sich am eigenen Leib doch mehr wie eine Folter an. Eine Folter, die daraus besteht, die kruden Spinnereien, die einem am Bildschirm entgegenflimmern, ertragen zu müssen.

Unser persönliches Sahnestückchen ist aber das Plakat mit der Aufschrift “Gib Gates keine Chance” in Aufmachung und Anmutung durchaus liebevoll gestaltet in Anlehnung an den vergangenen Aufruf “Gib AIDS keine Chance”. Kein anderes Plakat inszeniert die Idiotie der Verschwörungstheoretiker so unverfälscht, wie dieses – und dafür feiern wir es! Es ist so herrlich unreflektiert und inhaltlich so voller Widerstand, pardon, Widerspruch – man möchte lachen, weinen und schreien auf einmal.

Dass die Gatesfoundation bis heute rund 3 Milliarden US$ an Hilfen für Organisationen, die gegen HIV kämpfen, vergeben hat und 1,6 Milliarden US$ an den Global Fund, der gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria kämpft, ist dem Autor*in offensichtlich nicht bekannt. Oder, das wäre auch eine Erklärung, der Autor*in weiß das sehr wohl und denkt sich: “So ein Milliardär, der sein Geld für sowas hergibt, pfui, nein, böser Mann. Der macht das nur, damit er alle Menschen erst chippen, dann impfen und dann unterjochen kann.”

Welche dieser verstörenden Erklärungsmöglichkeiten stimmen mag – wir werden es wohl nie erfahren. Lasst uns daher schließen mit den Worten: “Das All, es scheint sich immer weiter und weiter fortzusetzen, aber dann gelangt man ans Ende, und ein Gorilla fängt an, einen mit Fässern zu bombardieren.”

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